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Teresa war eine kleine Basenji-Hündin mit einem dreifarbigen Fell und großen, wachen Augen. Anders als andere Hunde bellte sie nicht — wenn sie glücklich war oder sich fürchtete, entwich ihr ein ganz eigenes, leises Singen. Lange hatte sie in ihrer Heimat gelebt, wo die Berge ringsum aufragten wie alte Wächter. Doch eines Morgens spürte sie es deutlich in ihren Pfoten: Es war Zeit, die Welt zu entdecken. Mit klopfendem Herzen und zitternden Beinen trat sie auf den Feldweg hinaus — und blickte hinauf zu den hohen, windgepeitschten Bergen, die ihr erstes großes Abenteuer verhießen.

Teresa: Ich werde mutig sein. Ich werde mutig sein …

Der Wind pfiff scharf um die Felsen, als Teresa den ersten Schritt auf den Berg wagte. Mit jedem Schritt wurde der Weg steiler, und ihre kleinen Pfoten rutschten immer wieder weg. Hoch oben auf dem Gipfel saß ein mächtiger Adler — und als er die winzige Hündin erblickte, warf er den Kopf zurück und lachte. Teresa stockte, drehte sich halb um und dachte daran umzukehren. Doch dann stiegen Bilder ihrer Heimat in ihr auf — die vertrauten Berge, der Feldweg, der erste mutige Schritt — und etwas in ihr beschloss: Nein, noch nicht.

Der Adler: Ha! Was will denn dieses kleine Würstchen hier oben?

Teresa: Ich gehe weiter.

Teresa biß die Zähne zusammen und setzte eine Pfote vor die andere — gegen den Wind, gegen den Zweifel, gegen das Lachen, das noch in ihren Ohren hallte. Mit jedem Schritt wurde der Boden rauer und der Atem kürzer, doch sie hörte nicht auf. Der Adler hoch über ihr kreiste langsam seine Runden und beobachtete sie, ohne ein Wort zu sagen — das Lachen war aus seinen Augen gewichen, und an seine Stelle war etwas anderes getreten: Staunen.

Teresa: Ich gehe weiter. Egal wie.

In einem einzigen unachtsamen Moment glitten Teresas Pfoten weg — und ehe sie sich versah, rollte sie den Hang hinunter, über Steine und raues Geröll, bis sie schließlich am Fuß eines Felsvorsprungs zum Liegen kam. Eine Weile blieb sie still, spürte das Pochen an ihrer Seite und den Staub auf der Zunge. Hoch über ihr zog der Adler seine Kreise, kein Lachen, kein Ruf — nur sein Blick, der sie nicht losließ. Langsam streckte Teresa eine Pfote aus, dann die andere, schüttelte den Kopf — und stand wieder auf.

Der Adler: Sie steht wieder auf.

Dieses Mal wackelte Teresa kein einziges Mal. Sie hob die Pfoten hoch, setzte sie fest, atmete durch — Stein für Stein, Schritt für Schritt. Der Wind drückte gegen sie, doch sie drückte zurück. Und dann, mit einem letzten, mühsamen Satz, stand sie oben: auf dem Gipfel, die Ohren flach, den kleinen Körper zitternd vor Erschöpfung — und doch aufrecht. Der Adler neigte langsam den Kopf, und in seinen goldenen Augen lag etwas, das er ihr noch nie gezeigt hatte: Achtung.

Der Adler: Ich habe viele Aufsteiger gesehen — aber noch nie eine so kleine Hündin, die sich zweimal aufgerappelt hat.

Teresa: Ich wollte es mir selbst beweisen.

Der Adler streckte einen Flügel aus — darunter lag ein kleines Stück Fleisch, das er ihr hinschob. „Ich habe in meinem langen Leben viele Tiere diesen Berg bezwingen sehen", sagte er, und seine Stimme klang tiefer und weicher als erwartet, „aber noch nie eines, das zweimal aufgestanden ist." Teresa aß schweigend, und zum ersten Mal auf ihrer Reise fühlte sie sich nicht klein — nur satt, warm und ein bisschen stolz. Der Adler neigte den Kopf: „Das, was dich wieder aufstehen ließ, kleiner Hund — das gehört dir. Das nennt man Mut."

Der Adler: Noch nie habe ich eine so mutige kleine Hündin gesehen.

Teresa: Ich … wusste selbst nicht, dass ich das kann.

Als Teresa den letzten Bissen geschluckt hatte, erhob sich der Adler in die Luft und wies mit einem langen Flügelschlag den Weg — hinunter, hinaus, in die Weite. Teresa folgte ihm, Schritt für Schritt, und der Abstieg fühlte sich leichter an als alles, was davor gewesen war. Am Fuß der Berge blieb sie stehen und sah in die Ferne: Dort, wo die kühle Bergluft aufhörte, begann ein Meer aus gleißendem Gold — die Wüste, heiß und still und unermeßlich. „Ruh dich hier aus, bevor du weitergeh'st", rief der Adler von oben, und seine Stimme trug weit im Wind. Teresa legte sich ins weiche Gras am Bergrand, die Nase nach vorn gerichtet, die Augen auf das ferne Flimmern gerichtet — und schlief tief und fest, zum ersten Mal ohne Angst.

Der Adler: Ruh dich aus, bevor du weitergeh'st. Die Wüste wartet — aber sie verzeiht keine Eile.

Teresa: Ich schaffe das. Ich bin schließlich den Berg zweimal hinaufgestiegen.

Als die Sonne höher stieg und die Wärme die letzten Schmerzen aus Teresas Pfoten trieb, stand sie auf, reckte sich und blickte noch einmal zurück zu den Bergen — zu den alten Wächtern, die sie kannte, die sie geliebt und die sie gehen lassen hatten. Hoch oben beschrieb der Adler einen letzten, großen Bogen am Himmel, neigte die Flügel — ein stiller Gruß — und zog davon. Teresa sang leise, so wie nur Basenjis es können: kein Bellen, kein Ruf, nur ein kleines, warmes Lied, das der Wind mit sich nahm. Dann setzte sie eine Pfote in den goldenen Sand — und schritt, ohne zu zittern, der weiten, heißen Wüste entgegen.

Teresa: Danke, Adler. Ich werde mich erinnern.

Der Adler: Die Welt wartet, kleiner Hund. Und jetzt weißt du: Du bist groß genug für sie.

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